Marco Griep (CC BY-NC-ND)Geschrieben von Marco Griep
Wildcampen in Deutschland - Was ist rechtlich erlaubt?
Jeder und jede Reisende hat seine eigene Sicht darauf, wie Urlaub und Erholung organisiert werden sollten. Einige lieben den Komfort. Die anderen locken Abenteuerlust und der Wunsch an, gemeinsame Zeit außerhalb der Zivilisation in der wilden Natur zu verbringen. Deutschland ist ziemlich stark reglementiert was das wilde Zelten betrifft. Wenn ihr in **Deutschland wildcampen** möchtet, macht euch am besten im Voraus über Regelungen in dem jeweiligen Bundesland schlau.
Rechtliche Lage beim Wildcampen in Deutschland
Das Wildcampen ist in allen Bundesländern grundsätzlich verboten. Das deutsche Gesetz unterteilt dabei die Bereiche wie freie Landschaft und Wald. Je nach Bundesland liegen diese Naturgebiete unter unterschiedlichen Schutzgesetzen. Auf jeden Fall ist das Wildcampen in Naturschutzgebieten wie Nationalparks, Biosphärenreservaten und Biotopen verboten. Der Großteil der Waldflächen ist Staatswald und nur wenige Waldgrundstücke sind im Privatbesitz. Privatbesitzer können Euch eine Erlaubnis zum Zelten und zum Feuer machen ausstellen. Ganz klare Regelungen wie das Übernachten im Wald erlaubt ist, gibt es nicht. Die Gesetze können von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein. Im Gesetz wird zum Beispiel das Biwakieren nicht erwähnt. Biwakieren ist das Schlafen unter freiem Himmel ohne Zelt. Das gehört zu der rechtlichen Grauzone.
Was jetzt als Zelt ausgelegt wird, ist Ermessenssache. Ein Biwaksack sollte als Biwakieren durchgehen, genau wie ein selbstgebautes Trapper-Bett oder das Nächtigen in Schutzhütten. Ob ein Tarp-Tent schon als Zelt angesehen wird, würde wohl die Staatsanwaltschaft entscheiden so fern Ihr erwischt und angeklagt werdet. Da ein Tarp-Tent einen festen Boden hat, würde ich persönlich das Risiko nicht eingehen wollen.

Wie Wildcampen trotzdem rechtlich möglich ist
In den letzten Jahren wurden in einigen Bundesländern wie Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein Wildcampingplätze eingerichtet. Der Nachteil ist, dass diese Trekkingplätze reservierungspflichtig sind und ihr nur 1–2 Nächte dort verbringen dürft. In Bremen zum Beispiel gibt es keine spezielle Regelung zum Wildcampen. In Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen ist es mit einer besonderen Erlaubnis gestattet. In Mecklenburg-Vorpommern dürft ihr euer Zelt in der freien Landschaft nur für eine Nacht aufstellen.
Weitere Wildcamping Möglichkeiten bietet das Internet an. Auf der Seite www.opencampingmap.com könnt ihr alle erlaubten und registrierten Wildcampingplätze in Deutschland finden. Die Seite funktioniert noch nicht einwandfrei. Trotz allem findet ihr auf jeden Fall etwas für euch. Die Webseite 1nitetent.com ist nach dem Prinzip des Couchsurfings eingerichtet. Hier bieten Menschen, die ein Stück Erde besitzen, einen kostenlosen Platz zum Zelten an. Die Seite ist sehr übersichtlich und schön aufgebaut. Solchen Service zu nutzen ist sehr vorteilhaft. Ihr lernt neue Menschen kennen, die meistens wie ihr von der wilden Natur begeistert sind.
Generell ist es beim Wildcampen wichtig, den Ort so verlassen, wie ihr ihn vorgefunden habt und:
- Kein offenes Feuer in der Natur zu machen
- Müll zu hinterlassen
- keinen Lärm zu erzeugen
- Rücksicht auf Tiere und Pflanzenwelt zu nehmen
- Toilettengänge umweltfreundlich zu organisieren
- Nicht in Naturschutzgebiete oder Nationalparks zu nächtigen
Die Biwakplätze sind spärlich ausgestattet. Auf manchen Plätzen sind Holzplattformen aufgebaut. Damit schont man den Waldboden. Auf den wenigen legalen Biwakplätzen in Deutschland steht meistens ein Plumpsklo. Wenn die Toilette fehlt, solltet ihr euer Geschäft vergraben.Auf manchen Plätzen ist eine Feuerstelle eingerichtet. Die Gefahr eines Brandes ist immer da. Auf der Webseite www.dwd.de könnt ihr euch den Waldbrandgefahrenindex ansehen. Das Wasser muss zum Wildcampingplatz mitgebracht werden. Auf manchen Plätzen ist ein Fass für Quellwasser vorhanden. Zur Vorbereitung passt deshalb auch der Guide zu Wasserquellen und Trinkwasseraufbereitung.
Die Abfälle solltet ihr natürlich zurück zur Zivilisation mitnehmen, damit Flora und Fauna rein bleiben.
Meine persönliche Meinung zu Wildcampen in Deutschland
Grundsätzlich sollte nichts dagegen sprechen, dass der Mensch wieder mehr zurück zur Natur findet und im Wald auch übernachten darf. Besonders, wenn man die oben genannten Regeln beachtet kann Wildcampen auch abseits von erlaubten Camps toleriert werden. So Schade es auch ist, finde ich es trotzdem sehr Sinnvoll das Wildcampen in Deutschland verboten ist. Die Bevölkerungsdichte ist einfach zu groß und die Waldfläche viel zu klein. Noch dazu kommt das es unsere Wälder sowieso schon schwierig haben. Auch Tiere haben immer weniger Rückzugsgebiete.
Wer schonmal durch den Wald gelaufen ist, wird bemerkt haben wie viel hierzulande vom Wald erschlossen ist. Alle paar Meter ist ein Weg, Hochsitz oder eine Straße. Windtiere benötigen die freien Flächen zum Leben, zur Futtersuche und zum Ruhen. Wer häufig in der Natur unterwegs ist, findet alle paar Meter Abfall, sei es Zigarettenstummel, Plastiktüten, Glasflaschen, Kondome oder andere Spuren unserer Zivilisation. Naturliebhaber\*innen wie Bushcrafter\*innen etc. gehen in der Regel sorgsam mit der Natur um, jedoch gibt es auch hier genug schwarze Schafe sodass man pauschal nicht davon ausgehen kann, das sich jeder vernünftig Verhält. Umso mehr Sinn ergibt es, wenn Wildcampen Grundsätzlich verboten ist.
Ich bin mehr als Glücklich, dass es legale Trekkingplätze von Trekking-Pfalz oder Trekking-Schwarzwald gibt und hoffe, dass die Angebote noch lange bestehen bleiben werden. Die hohe Nachfrage bei den Übernachtungsplätzen zeigt deutlich, dass es hier immer mehr Bedarf gibt. Leider halten sich auch dort viele Trekkingplatz Besucher\*innen auch nicht an die Regeln und werfen Ihren Müll 100 Meter weit vom Camp dann doch ins Gebüsch oder ignorieren die hohe Waldbrandgefahr und machen Feuer.
Wenn wir Respekt- und Verantwortungsvoll füreinander und für unsere Umwelt zeigen, beteiligen wir uns in der Erhaltung der bestehenden Wildcampingplätze und tragen dazu bei, dass viele neue organisiert werden. Bei der Planung eures Urlaubs informiert euch gründlich beim Naturschutzamt, beim Umweltamt oder dem örtlichen Forstamt, wie es im jeweiligen Ort, wo ihr Wildcampen wollt, die rechtliche Lage ist. Geht auf die oben genannten Internetseiten und findet die Variante, die für euch am besten passt. Für das Verhalten draußen sind außerdem die Leave-No-Trace-Prinzipien eine sinnvolle Ergänzung.
Persoenliche Einordnung und Praxisnotizen
Bei einem Wissensthema wie Wildcampen in Deutschland - Was ist rechtlich erlaubt? ist mir wichtig, dass es nicht bei allgemeinen Tipps stehen bleibt. Draussen entscheidet selten die perfekte Theorie, sondern die einfache Frage: Was mache ich konkret, wenn ich muede bin, das Wetter kippt oder die Situation anders aussieht als geplant? Genau dort beginnt fuer mich der praktische Wert eines Artikels.
Bei 'Wildcampen in Deutschland - Was ist rechtlich erlaubt? ' ist mir wichtig, dass der Artikel nicht nur eine Suchanfrage beantwortet, sondern eine echte Entscheidung leichter macht: Was nehme ich mit, worauf achte ich vor Ort, und was wuerde ich beim naechsten Mal anders machen?
Meine persoenliche Herangehensweise ist eher vorsichtig: Ich probiere Dinge zuerst im kleinen Rahmen aus, bevor ich mich unterwegs darauf verlasse. Das gilt fuer Zunder, Wasser, Navigation, Messer, Barfussschuhe oder nachhaltige Ausruestung genauso wie fuer Training und Gesundheit. Wer im Garten, auf einer kurzen Runde oder bei gutem Wetter uebt, macht die Fehler dort, wo sie noch keine grosse Rolle spielen.
Als Praxischeck hilft mir eine einfache Liste: Was ist das groesste Risiko? Welche Ausruestung brauche ich wirklich? Welche Alternative habe ich, wenn der Plan nicht funktioniert? Und woran merke ich, dass ich abbrechen oder umdenken sollte? Diese Fragen klingen trocken, machen Outdoor aber entspannter. Sie verhindern, dass aus einem kleinen Problem eine lange Geschichte wird.
Gerade in Rheinland-Pfalz gibt es viele Moeglichkeiten, Wissen ohne grosses Drama zu testen: kurze Waldwege im Pfalzerwald, offene Weinbergswege, Trekkingplaetze, Familienrunden oder bekannte Premiumwege. Ich wuerde neue Techniken nie direkt auf der schwierigsten Tour ausprobieren. Besser ist ein ueberschaubarer Rahmen, in dem man beobachten, vergleichen und danach ehrlich bewerten kann.
Mein Fazit zu Wildcampen in Deutschland - Was ist rechtlich erlaubt? : Nimm die Tipps als Werkzeugkasten, nicht als starre Anleitung. Was fuer mich funktioniert, muss zu deinem Koerper, deiner Erfahrung, deinem Sicherheitsbeduerfnis und deiner Region passen. Wenn du nach der Lektuere eine Sache bewusster planst oder einen Fehler vermeidest, hat der Artikel seinen Zweck erfuellt.
Wenn du tiefer einsteigen willst, passen dazu auch Wildcampen in Deutschland, Trekking-Camps in Rheinland-Pfalz und Ultraleichtwandern fuer Anfaenger.